BEFORE I SPEAK, I HAVE SOMETHING TO SAY

EIN MARX BROTHERS REENACTMENT

EINGELADEN ZUM SCHWEIZER THEATERTREFFEN 2017

 
 

Am Anfang war der Witz. Und dieser Theaterabend huldigt seiner Wirkmacht wie seiner Ohnmacht. Inspiriert von Groucho Marx setzen die Theatermacher Max Merker und Matthias Schoch der Banalität des Daseins persönlichen Enthusiasmus und höheren Blödsinn entgegen und reiten den alten Gaul Humor. Wo kommt er her? Warum ist er angeblich keine Kunst? Und vor allem: kann er politisch emanzipatorisch wirken?

Die frühen Filme der Marx-Brothers sind Legende und dienen als strategische Vorlage für diese Bühnen-Attacke aufs Zwerchfell. Im Angesicht politisch brisanter Zeiten nehmen es Merker und Schoch mit Humor und folgen Marx’ Sinnspruch über das Showbiz: „That’s Florida folks: singing, dancing, entertainment, and after the entertainment there will be sandwiches“. Rasant übertragen sie Slapstick Klassiker ins Heute. Gewisse Regeln funktionieren offenbar mühelos über zeitliche Grenzen hinweg. Mit Charisma und Schalk spielt Schoch Live-Musik – Merker die vom Band. Nach Leibeskräften prügeln sie auf den Lachsack und nehmen jedes Fettnäpfchen ins Visier.

Während Europa gerade nach der eigenen Identität sucht und dabei alle möglichen Geister und Gespenster auf die Bildfläche zerrt, zelebriert Before I speak, I have something to say das ältestes Kulturgut des Abendlandes, den Witz – geboren aus dem Geist der Komödie.


Mathias Bremgartner zur Einladung an das Schweizer Theatertreffen 2017

In „Before I speak I have something to say“ dreht sich alles um den Witz. Wie funktioniert er? Ist er Kunst? Kann er politisch wirksam sein? Inspiriert von den berühmten Marx Brothers widmen sich die Theatermacher Max Merker und Matthias Schoch dem Humor. Szenen aus den frühen Filmen der amerikanischen Komikertruppe und Interviews mit deren Aushängeschild Groucho Marx liefern den beiden Schauspielern das Ausgangsmaterial für ihre Inszenierung. Entstanden ist daraus ein gleichermassen humorvoller wie scharfsinniger Theaterabend über das unerschütterliche Wesen der Komik und die subversive Wirkmacht des Witzes. Mit verspieltem Charme übertragen Merker und Schoch die Marx Brothers-Sketches in die Gegenwart. Unseren politisch humorlosen Zeiten setzen sie ein physisches und verbales Feuerwerk aus Gags entgegen. Mit vollem Körpereinsatz toben sie sich auf der Bühne aus, bespielen im Klipp-Klapp-Komödien-Stil das raffiniert-einfache Bühnenbild und amüsieren das Publikum mit absurd-überdrehten Musiknummern.

Das ist total komisch, aber auch himmeltraurig. Denn zwischen den Slapstick und die Revuenummern schieben sich projizierte Texte, kurze Video-Einspielungen und nachgespielte Interviews, in welchen die Kehrseite des Humors und des Show-Business durchschimmert. Dies zeigt sich insbesondere an Margret Dumont, der „straight woman“ der prominenten Komikertruppe, die die Stichworte liefert für die Pointen der Marx Brothers. Ohne sie hätten die Sketches der prominenten Brüder nicht funktioniert. Gleichzeitig macht sie die private Beziehung zu Groucho Marx zur tragischen Figur und bringt die persönlichen Abgründe des bekannten Komikers ans Licht.

„Before I speak I have something to say“ ist in erster Linie ein erfrischend direkter Angriff auf die Lachmuskeln. Der Theaterabend macht aber darüber hinaus intelligent und tiefgründig deutlich, dass beim Witz Wirkmacht und Ohnmacht immer nahe bei einander liegen.


Mit Max Merker und Matthias Schoch

Konzept Martin Bieri, Max Merker, Matthias Schoch
Regie/Idee Max Merker
Musik Matthias Schoch
Dramaturgie Martin Bieri
Ausstattung Martin Dolnik
Licht/Video/Technische Leitung Patrick Hunka
Regieassistenz Marianne Amsler
Diffusion Ramun Bernetta

Produktion
Max Merker / Matthias Schoch

Koproduktion
Fabriktheater Rote Fabrik Zürich, Kleintheater Luzern, Theater Orchester Biel Solothurn

Sprache Deutsch
Dauer ca. 60 Minuten ohne Pause

UA/Premiere 01. April 2016 Fabriktheater Rote Fabrik Zürich

Unterstützt durch
Ernst Göhner Stiftung, Jürg George Bürki-Stiftung, Migros Kulturprozent, Pro Helvetia - Schweizer Kulturstiftung


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Video: Patrick Hunka


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