KULTURREVOLUTION

EINE ART-FICTION

 
 

Es ging sehr schnell: Gerade noch waren wir völlig überlastet, und nun haben wir frei – und zwar fast alle. Die menschliche Arbeitskraft wird nicht mehr gebraucht. Diese reale Revolution benötigt die Kunst – als sinnstiftendes Medium im Übergang und neues Betätigungsfeld. Werde Kurator*in deines eigenen Lebens! Der Peripherie, bisher strukturschwach, könnte bei dieser Umwälzung eine ganz neue Rolle zukommen. Das Theaterstück skizziert eine Zukunft, in der Kunst und Digitalisierung die Führung im gesamten Alpenraum übernehmen. Aus dem Alptraum wird ein Alpentraum: Labor und Pilgerstätte zur Nachhaltigkeit! Wie sehen die Nebenwirkungen erzwungener Kreativität aus, und ist die Idee einer alpinen Kunstzone für ganz Europa, die streitbar, verantwortlich und völlig verrückt sein könnte, die Lösung?

Nach «Fremdenindustrie» bringen Georg Scharegg und sein Team eine überraschende Zukunftsvision auf die Bühne, die sich mithilfe von RTR in den medialen Raum erweitert und die vom Einsturz bedrohte Büvetta am Inn als futuristischen Tempel interaktiv mitbespielt.


Mit Susanne Abelein, Rolf Caflisch, Lisa Hofer, Miriam Japp, Christian Sprecher
sowie Marina Blumenthal, Sara F. Hermann, Lorenzo Polin, Nikolaus Schmid

Regie Georg Scharegg
Raum Silke Bauer
Dramaturgie Julie Paucker, Paula Redlefsen
Video Ian Purnell
Musik Rolf Caflisch
Technik Roger Stieger
Regieassistenz Carla Widmer
Produktionsleitung Ramun Bernetta

Produktion
Georg Scharegg und Bernetta Theaterproduktionen

Medienpartner
RTR - Radiotelevisiun Svizra Rumantscha

Koproduktion
Theater Chur, Fundaziun Nairs Scuol, Theaterdiscounter Berlin, Vorarlberger Landestheater Bregenz, Pathos München

Sprache Deutsch
Dauer 90 Minuten

UA/Premiere 09. Januar 2019 Theater Chur

Unterstützt durch
Kulturförderung Graubünden, Stadt Chur, Ernst Göhner Stiftung, Migros Kulturprozent, Graubündner Kantonalbank, Else v. Sick Stiftung, Stiftung Dr. M. O. Winterhalter, Stiftung Dr. Valentin Malamoud, Stiftung Stavros S. Niarchos, Boner Stiftung für Kunst und Kultur, Schweizerische Interpretenstiftung


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PRESSESTIMMEN

«Über derlei haben sich kluge Köpfe seit geraumer Zeit Gedanken gemacht: der Berliner Philosoph und Kulturwissenschaftler Byung-Chul Han zum Beispiel, der US-Soziologe und Ökonom Jeremy Rifkin, der deutsche Soziologe und Politikwissenschaftler Hartmut Rosa - aber auch Bündner Intellektuelle wie Architekt Gion A. Caminada und Christof Rösch, Co- Direktor des Kulturzentrum Nairs. Deren Texte und Überlegungen finden sich neben anderen Quellen in Schareggs Theaterstück wieder. Selbst vordigitale Denker wie Adorno und Horkheimer kommen zu Wort und neuen Ehren. Allerdings nicht in ursprünglicher Form, sondern in Dialoge gegossen. Klingt nach einem komplizierten Verfahren, entpuppt sich aber in der Umsetzung als so brillant wie bestechend einfach.»
Carsten Michels, Südostschweiz, 11.01.2019

«Schareggs «Kulturrevolution» will einen theatralen Beitrag leisten zum datenfressenden Flächenbrand. Das Stück leistet ihn auch in der Tat mit einer Vielzahl überraschender Volten. Aktueller und brisanter kann Theater kaum sein. Troja war mythisch, Trojaner sind perfid. Alpines Heilwasser, adieu - heute geht es um Quellcodes. Das Stück fordert sein Publikum, und zwar genau so sehr, wie das Thema es verlangt. Zur Entlastung aber schickt der Regisseur ein Schauspielerquartett (samt Schlagzeuger Rolf Caflisch) auf die Bühne, das mit abgründigem Spielwitz und homerischem Gelächter der Verkopftheit ein Schnippchen schlägt. Susanne Abelein, Lisa Hofer, Miriam Japp und Christian Sprecher schlüpfen höchst unterhaltsam in jede nur denkbare Rolle: Bestatter und Bestattete, WEF-Schwadroneure und Opfer ihrer selbst, selbstgerechte Götter im digitalen Olymp und heillos entwurzelte Menschlein, die sich zitternd fragen, wie es um Himmels willen so weit kommen konnte.»
Carsten Michels, Südostschweiz, 11.01.2019

«Das Herz der Zuschauer schlägt für die «Leistung». Sie radelt sich auf dem Hometrainer Schweiss auf die Stirne oder sitzt im Publikum, als mondäne St. Moritzer Sonnenanbeterin, und spielt den Advocatus Diaboli: Miriam Japp. Die Schauspielerin, die im Theater Chur auf der Bühne steht, spielt mit einer Kraft und einem Furor, die für die ganze Produktion bezeichnend sind.»
Daniele Muscionico, 15.01.2019

«Für den Auftritt an diesem Abend und die Live-Schaltung nach Chur funktionieren die Gurgel- und die Trinkhallen als Bastion von «Kulturrevolutionären». Sie haben sich am Inn verbarrikadiert und wollen das Heilwasser als «open source» zur Gesundung der vielen anbieten. Nairs, eine historische Quelle des Engadiner Tourismus, ist die Zukunftsfolie zum Kulturaufbruch.»
Daniele Muscionico, 15.01.2019

«Georg Scharegg und sein Ensemble haben die theatrale Alpenvision entwickelt. Selbstorganisation ist das Thema, Potenzialressourcen werden bestimmt, «Kulturrevolution» amalgamiert Texte von Alpenforschern wie Werner Bätzing zum Auftakt der Biennale «Höhenfeuer».»
Daniele Muscionico, 15.01.2019


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