© Caroline Capelle Tourn
REBECCA JOURNO - Tanz
Rebecca Journo studierte am Trinity Laban Conservatory in London, wo sie 2015 mit einem BA in zeitgenössischem Tanz abschloss. Nach ihrem Studium arbeitete sie unter anderem für verschiedene Kompanien und Choreograf:innen, darunter KonzertTheater Bern (CH), Brokentalkers (IR), Tabea Martin (CH) und Michèle Murray (FR).
2018 gründete sie gemeinsam mit Véronique Lemonnier ihre Kompanie La Pieuvre. Zusammen mit dem Klangkünstler Mathieu Bonnafous bewegt sich ihr künstlerischer Ansatz an der Schnittstelle verschiedener Medien zwischen Tanz, Performance, Musik und Fotografie. Mit La Pieuvre entwickelte Rebecca Journo nacheinander zwei Soli, die ein Diptychon bilden und sich mit weiblichen Archetypen auseinandersetzen: «L'Épouse» (2018) und «La Ménagère» (2019).
Parallel dazu arbeitete sie an der Entwicklung des Trios «Whales» (2020), das sich mit dem Gesang von Walen auseinandersetzt. Inspiriert von der fotografischen Arbeit Véronique Lemonnier und der Praxis des Selbstporträts entwickelte sie das Quartett «Portrait» (2022), das nach einer choreografischen Verbindung zwischen Bewegung und Fotografie sucht.
Die jüngste kollektive Arbeit der Kompanie, «Les amours de la pieuvre» (2024), ist eine Performance, die sich mit der erotisch-horrenden Symbolik des Oktopus in Japan auseinandersetzt. Das Projekt rückt die live erzeugte Klanggestaltung in den Mittelpunkt und führt die untrennbare Verbindung zwischen musikalischer und choreografischer Komposition, auf der die Zusammenarbeit zwischen Rebecca Journo und Mathieu Bonnafous basiert, noch weiter.
2024 arbeitete sie ausserdem an dem Solo «canicular», das von der SACD und dem Festival von Avignon in Auftrag gegeben wurde. Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit der Klangkünstlerin Diane Barbé und nutzt die Geräusche von Zikaden als Mittel der Verwandlung. Sie zeichnet das Porträt einer Frau, die sich sonnt und zugleich halb Mensch, halb Insekt ist.
2025 entwickelten Rebecca Journo und Mathieu Bonnafous gemeinsam das Duett «Bruitage», das sich mit der Kunst der Foley-Geräusche im Film beschäftigt und die Live-Synchronisation von Klang und Bewegung noch weiter erforscht.
In jüngerer Zeit war sie zudem als künstlerische Beraterin für Nicolas Fayol, Valentin Mériot, Tatiana Gueria Nade, Tom Grand Mourcel und Chris Fargeot tätig.